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Bischofsburg erstrahlt
im elektrischen Licht

Im Sommer 1898 richtete die Mahl- und Schneidemühle Gebrüder Drews (später Adolf Bischoff) eine eigene elektrische Beleuchtung ein, die sich bald des allgemeinen Beifalls erfreute. Im nächsten Jahre schloß die Stadt mit den Inhabern des Betriebes einen Vertrag zwecks Ausdehnung der Beleuchtung auf die Hauptstraßen. Am 15.9.1899 erstrahlte die Stadt zum erstenmal im elektrischen Lichte. Bald schlossen sich dieser Neuerung viele Privathäuser mit Läden und Wohnungen an. 1909 wurde durch die Fa. Siemens & Schuckert, Berlin für den Preis von 87 000 Mark das städtische Elektrizitätswerk gebaut und damit die Stromerzeugung in stadteigenen Betrieb genommen. Einschließlich der Abfindungssumme an den Inhaber des früheren Elektrizitätswerkes, Fabrikbesitzer Drews, der Baukosten für die Gebäude und den 40 Meter hohen Schornstein kostete die neue Anlage 150 000 Mark.

Als nach dem Kriege (gemeint ist der Erste Weltkrieg, H. E.) infolge des immer mehr steigenden Stromverbrauchs das Elektrizitätswerk in seiner bisherigen Einrichtung nicht mehr den erhöhten Anforderungen gerecht zu werden vermochte, schloß die Stadtverwaltung im Jahre 1925 mit dem Ueberlandwerk Osterode G.m.b.H. einen Stromlieferungsvertrag. Um einen kostspieligen Umbau des städtischen Gleichstromdreileiternetzes auf Drehstzrom zu ersparen, wurden Umformer aufgestellt, die den dem Ostpreußenwerk entnommenen Drehstrom in Gleichstrom umformen.

Nach dem Jahresbericht für 1934 sind an das städtische Elektrizitätswerk 1196 Zähler, 11 263 Brennstellen, 15 Bogenlampen, 90 Motore von zusammen 286 PS und eine Anzahl Koch-, Heiz- und medizinische Apparate angeschlossen. Nutzbar abgegeben wurden 254 386 Kilowattstunden. Der Strompreis beträgt für Licht 50 Rpfg., für Kraft (Staffeltarif) 30 - 18 Rpfg. je Kilowattstunde. Im Jahre 1935 wurde mit dem Umbau des Leitungsnetzes auf Drehstrom zunächst im nördlichen Stadtteil begonnen. Diese Arbeiten werden in den nächsten Jahren auch in den anderen Stadtteilen systematisch fortgesetzt

Quelle: Robert Teichert "Die Geschichte der Stadt Bischofsburg", erschienen 1935

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